Atemübungen (Pranayama)

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Pranayama bedeutet aus dem Sanskrit übersetzt so viel wie „Erweiterung von Prana (bzw. Atem)“ oder „Erweiterung der Lebenskraft“. Die Ursprünge dieser yogischen Disziplin liegt im alten Indien.

Bei Pranayama handelt es sich um gezielte Atemübungen im Yoga. Es ist eine bewusste Bemühung, die Ströme von Prana und Apana auszugleichen und in Einklang fließen zu lassen und somit zu harmonisieren. Es zielt darauf ab, Prana über dessen Träger, die Luft (vaju) willentlich steuern zu können. Außerdem wird durch die gezielten Übungen das Prana im Körper angereichert mit der Folge, dass dem Körper mehr Energie zur Verfügung steht. Viele Pranayamaübungen führen bei Praktizierenden zu einer friedlichen und harmonischen Gemütshaltung. Der Fokus auf den Atem, bzw. auf die Übungsreihe gilt als Vorstufe der Meditation.

Prana gilt als Summe aller Energie, die im Universum manifestiert ist, Die Summer aller Naturkräfte wie Wärme, Licht, Elektrizität und Magnetismus. Aus der Sicht eines Yogis ist Prana die essentielle Lebensenergie – jene Energie, die den gesamten physischen Körper durchzieht und eine Verbindung zwischen Körper und Geist darstellt.

 

Wirkung der Atemübungen

Durch bestimmte Atemrhythmen kann man ganz bestimmte Gefühle oder Bewusstseinserfahrungen forcieren. Aufgrund dieser Tatsache wird häufig empfohlen, dass fortgeschrittene Pranayamaübungen zunächst ausschließlich unter der Aufsicht eines erfahrenen Lehrers praktiziert werden.  Durch das Praktizieren von Pranayama kann ein Mensch Bewusstseinszustände erleben, die für Anfänger befremdlich sein könnten.

Es ist sehr wichtig, bei den Pranayamaübungen achtsam mit den eigenen, physischen Grenzen zu berücksichtigen. Man sollte sehr vorsichtig beginnen, den Atem zu lenken und nichts gewaltsam forcieren – hier ist weniger mehr. Falls fortgeschrittene Pranayamaübungen (z.B. Atemanhalten) im Selbststudium ohne einen erfahrenen Lehrer ausgeübt wird, kann es zu folgenschweren Schädigungen führen. Wenn man Pranayama vorsichtig übt ist es eine unermesslich wundervolle Bereicherung für jeden Praktizierenden.

Menschen mit zu niedrigem oder zu hohem Blutdruck, sowie Herz-und Kreislauferkrankungen sollten Pranayama niemals ohne autorisierten Lehrer und vorherige Einweisung im Selbstversuch praktizieren!

Mit der Zeit kann ist der Übende in der Lage, den Atem immer weiter zu dehnen und kann sich auf immer langsamere Rhythmen einstellen: zum Beispiel 20 Sekunden ausatmen, 20 Sekunden einatmen, 30 Sekunden Luft halten 20-10-30 oder später Rhythmen wie 20-10-40, 30,15,60 und so fort. Der Übende stellt fest, dass gerade das Luftanhalten zu den größten Herausforderungen des Pranayamas gehört – doch mit der Zeit wird dieser Prozess immer leichter ausführbar. Auch hier gilt, wie bereits erwähnt, den Körper sehr vorsichtig an die neue Atemrhythmik zu gewöhnen um ihn nicht zu überanstrengen. Alles zu seiner Zeit.

Pranayama wird meist mit sogenannten Bandhas kombiniert, wobei es sich um bestimmte Muskelkontraktionen handelt. Um das Lungenvolumen zu erhöhen setzt man meist das Mula-Bandha oder Jhalandara-Bandha ein – außerdem wird somit die Wirbelsäule ideal ausgerichtet und die Muskulatur gelockert.

Es ist wichtig, dass die Nadis (feinstoffliche Kanäle) frei sind, damit das Prana ungehindert fließen und in Lebensenergie umgewandelt werden kann. Asanas unterstützen die Nadis dabei, frei zu bleiben, daher kann man Pranayama und Yoga faktisch nicht voneinander trennen.

Pranayama sollte vorzugsweise am Morgen mit leerem Magen, bzw nach eine sehr leichten Essen (vorzugsweise vegetarisch) durchgeführt werden.

Forschungen beweisen, dass Pranayamatechniken unterstützend bei der Behandlung einer Reihe von stressbedingten Erkrankungen führen.

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Zu den bekanntesten Atemübungen zählen:

  • Wechselatmung
  • Feueratmung
  • Sitali
  • Brahmari

Pranayama

Die Atemübungen des Yoga