Elemente des Ashtanga-Yoga nach Sri K. Pattabhi Jois

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Elemente des Ashtanga-Yoga nach Sri K. Pattabhi Jois

ABFOLGE DER ASANAS

Die Asanas sind in einer festgelegten Abfolge zu üben, jedes Asana ist betreffend Kraft und Flexibilität aufbauend mit dem nächsten abgestimmt, so dass die jeweils vorherigen Asanas eine perfekte Vorbereitung für die darauffolgenden darstellen. Dieser Reihenfolge ist genau zu folgen und es ist nur bis zu jenem Asana zu üben, das man tatsächlich noch korrekt ausführen kann.

Daher übt jeder Praktizierende, abhängig von seiner Konstitution diese Abfolge nur bis zu einem bestimmten Asana, das ihm vom Lehrer als letztes vorgegeben wurde. Erst wenn der Praktizierende dieses auch „meistert“, erhält er vom Lehrer das Nächste. So ist sichergestellt, dass der Übende wirklich die, der Abfolge entsprechende, Verbesserung seiner Kraft und Flexibilität erfährt und er seinen Körper für die weiteren, schwierigeren Asanas genügend vorbereitet um Verletzungen zu vermeiden.

Nur durch dieses schrittweise Annähern an komplexere Asanas, kommt es zu einer wirklichen Entfaltung von Körper und Geist.

Es ist leider weit verbreitet, dass Praktizierende Asanas, die sie nicht beherrschen, auslassen, die Reihenfolge ändern oder dass Asanas aufgrund noch fehlender Kraft und Flexibilität nur „unsauber“ oder falsch ausgeführt werden. Davon ist wirklich abzuraten, denn jedes Asana hat ganz bestimmte Effekte auf Körper und Nervensystem. Werden nur einzelne Asanas in der Sequenz nicht oder falsch ausgeführt, gehen die Vorteile dieser aufbauenden Methode verloren und es kommt langfristig zu keinem wirklichen Fortschritt des Übenden.

Es gibt 6 verschiedene Serien von Asanas, die sich durch einen ansteigenden Schwierigkeitsgrad unterscheiden. Die Asanas werden von Serie zu Serie komplexer und kombinieren mehr und mehr Flexibilität und Körperkraft in den einzelnen Übungen. Das Beherrschen der vorhergehenden Serie bringt die notwendigen Vorraussetzungen an Flexibilität und Körperkraft, aber auch Konzentrationsvermögen für die nächste. Alle Asanas einer Serie sind daher sehr gut zu beherrschen, bevor man die nächste Serie beginnt.

Schon die erste Serie zu meistern, kann abhängig von Alter, Einsatz, Hingabe und grundsätzlichen körperlichen Konstitution einige Jahre täglicher Übung benötigen. Nur wenige, sehr fortgeschrittene Yogapraktizierende üben derzeit die 3. oder 4. Serie, maximal eine handvoll weltweit die fünfte und die 6. Serie wird derzeit wahrscheinlich nur von Sharath, dem Enkel von Sri K. Pattabhi Jois, geübt.

VINYASA

Vinyasa bedeutet Synchronisation von Bewegung und Atmung. Alle Bewegungen, die in ein oder aus einem Asana führen, werden präzise in einer vorgegebenen Reihenfolge mit der Atmung synchronisiert. So werden die einzelnen Asanas mit einer atemsynchronisierten Bewegungsabfolge miteinander verknüpft und die ganze Asanapraxis wird zu einer dynamischen Einheit verbunden.

Von Rishi Vamana, dem Weisen, der die Schrift „Yoga Korunta“, die Quelle von Ashtanga Yoga, verfasst hat, stammen die Worte: „Oh Yogi, praktiziere kein Asana ohne Vinyasa“.

UJJAYI ATMUNG

Die korrekte Atmung ist wesentlicher Bestandteil und Fundament der Ashtanga Yoga Praxis. Alle Bewegungen werden mit der Atmung synchronisiert (siehe Vinyasa). Die Ein – und auch die Ausatmung soll möglichst tief und gleichmäßig sein und die Länge der Einatmung soll der der Ausatmung entsprechen. Die Kontrolle über den Atemfluss wird durch eine leichtes Verengen der Stimmritze erreicht, dadurch entsteht ein während der gesamten Praxis hörbares Geräusch im Kehlkopfbereich (= Ujjayi – Atmung). Dieser„Sound“ hilft, sich auf die Atmung zu konzentrieren und die Sinnesorgane und Bewegungen des Geistes nach Innen und auf die Praxis zu fokussieren. Es gilt der Grundsatz, dass für ein Asana niemals der ruhige, gleichmäßige Atem geopfert wird. Das heißt, ist ein Asana so schwierig, dass der Atem dadurch gestört wird, ist dieses Asana eben nicht so intensiv auszuführen bis man es auch mit ruhigem, gleichmäßigen Atem meistert.

Gemäß Guruji intensiviert der lange, tiefe und gleichmäßige Atem, verbunden mit der Verengung der Stimmritze das interne Feuer und stärkt und reinigt das Nervensystem.

BANDHAS

Bandha bedeutet Energieverschluss und man versteht darunter aktivierte Muskelgruppen, die Prana (Energie) während der Asana- und Pranayamapraxis im Körper frei machen und kontrolliert in die Nadis (Energiebahnen im Körper) leiten sollen. Die Aktivierung der Bandhas und die dadurch geleitete Prana geben dem Körper Energie, Leichtigkeit und Stärke während der Asana Praxis. Gemäß Guruji ist die Asana Praxis ohne der Anwendung von Bandhas nur von geringen Wert.

Es gibt drei wesentliche Bandhas:

– Mula Bandha

dieser Verschluss liegt im Beckenbodenbereich bzw. Perineum. Mula Bandha wird durch leichtes Einziehen bzw. Anheben des Perineums in den Körper aktiviert.

– Uddiyana Bandha

wird im Unterleibsbereich aktiviert. Dabei wird der Bereich zwischen Schambein und Nabel eingezogen und leicht in die Bauchhöhle hochgezogen.

– Jalandhara Bandha

ist der Kehlverschluss, der Kopf wird nach vorne Richtung Brust gebeugt und das Kinn auf die Brust gedrückt.

Mula Bandha und Uddiyana Bandha werden während der gesamten Asanapraxis aktiviert, Jalandhara Bandha wird nur bei bestimmten Asanas bzw. bei der Pranayama Praxis bei Kumbhaka (Atemanhaltung) angewendet.

DRISHTIS

Drishtis sind Blickpunkte, auf die die Augen während der Asanapraxis fixiert werden. So werden die Augen ruhig und fokussiert, der Blick schweift nicht herum und der Praktizierende wird nicht abgelenkt. Die Gedanken werden auf die Praxis zentriert und nach innen gerichtet. Jedes Asana hat ein bestimmtes Drishti.