Jyotish, die Astrologie der Veden und des Yogas

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Jyotish, die Astrologie der Veden und des Yogas

Das indische Geburtshoroskop oder Kreis der Wiedergeburt, (Janma Kundali) mit seinen 12 Rashis (Zeichen) erlaubt sehr detaillierte Aussagen über verschiedene Lebensgebiete wie:

  • Partnerschaft
  • Beruf /Karriere
  • Gesundheit
  • Kinder
  • Spiritualität
  • Karmische Themen
  • Dharma  (Zweck, Aufgabe des Lebens)

Die heilige Astrologie Indiens

Wörtlich übersetzt bedeutet ‚Veda‚ Weisheit. In mehreren heiligen althinduistischen Schriften, den Veden, finden wir Lebensweisheiten, die alle denkbaren Ebenen des Lebens umfassen, inklusive der Astrologie. Im Rig Veda, vermutlich einige Jahrtausende vor Christi Geburt entstanden, werden astrologische Methoden und Berechnungen erwähnt. Es wird vermutet, dass die Griechen zu irgend einem Zeitpunkt Kontakt zu indischen Astrologen hatten, weil es zwischen den Griechen (die übrigens als Begründer der westlichen Astrologie gelten) und den Indern viele Parallelen gibt.

Jyotish, der Name der Astrologie der Veden, ist ein Sanskritwort, das am besten mit „die Wissenschaft vom Licht“ übersetzt wird. Von den sechs Vedangas oder Glieder der Veden wird es als das wichtigste angesehen, das wahre „Auge“ der Veden, denn es ist durch das Studium von Jyotish, dass wir alles über unsere Umstände hier auf Erden sehen. Die alte Wissenschaft des Jyotish offenbart die subtilen Einflüsse, die zu uns aus dem Universum kommen. Die besonderen Umstände, in die wir hineingeboren werden, sind das Resultat unserer Karmas von früheren Geburten. Das will nicht heißen, dass wir hilflos sind oder nichts tun können um unsere Umstände zu verändern; aber die äußeren Ereignisse unseres Lebens werden von unseren Handlungen aus der entfernten Vergangenheit bewegt. Dies zu wissen, hilft uns, unsere jetzigen Bedingungen zu akzeptieren und danach zu streben, die Zukunft durch die Handlungen in diesem Leben in einem besseren Licht zu formen. Das Ziel des Lebens ist es, jenseits aller äußeren Begrenzungen zu gehen und zu jenem ursprünglichen Selbst zurückzukehren, das unsere wahre Natur ist. Durch Jyotish können wir eine bessere Einschätzung bekommen, wie wir dieses Ziel erreichen.

Schwierige Zeiten

Die westliche Astrologie hat turbulente Zeiten durchlebt. Vieles geriet in Vergessenheit während den dunklen Zeiten des Mittelalters und der Blüte des Rationalismus. Erst seit den 60er Jahren erlebt die westliches Astrologie eine weite Verbreitung. Man könnte behaupten, das gegen Ende der 60er Jahre bestimmte Werte zum ersten Mal beachtet wurden und ein Interesse erwachte, die spezifischen menschlichen Potentiale zu entdecken und zu entfalten.

Die Astrologie lieferte einen Beitrag zu dieser Selbstentdeckung. Eine Konsequenz dieser Bewegung ist die ausgeprägte psychologische Orientierung der westlichen Astrologie. Obwohl es sich hierbei zweifelsohne um eine fruchtbare Variante handelt, ist das Resultat jedoch teilweise eine übermäßige Beschäftigung mit der Psychologie anstatt mit der Astrologie.

Die indische Astrologie hat sich währenddessen die rein astrologische Denkweise bewahrt. In vielerlei Hinsicht ist die indische Astrologie demzufolge hinsichtlich ihrer Berechnungsmöglichkeiten der westlichen Astrologie um einiges voraus. Der Grund dafür mag darin liegen, dass die indische Astrologie nie eine Abtrennung von ihren Wurzeln verkraften musste, im Gegensatz zur westlichen Astrologie.

Astrologie als ein Teil der indischen Kultur

Es ist viel einfacher für die indische Astrologie innerhalb ihres kulturellen Umfeldes zu funktionieren als für die westliche Astrologie bei uns, da die indische Astrologie als ein Element der hinduistischen Volksreligion in Indien integriert ist. Die Beziehung zwischen der westlichen Astrologie und dem Christentum könnte man im Gegensatz dazu als ambivalent bis feindlich beschreiben. Einerseits finden wir viele astrologische Symbole in der Bibel, wie z.B. die 12 Apostel und verschiedene Päpste holten astrologische Ratschläge ein. Andererseits gibt es Strömungen innerhalb des Christentums, die die Astrologie als ein ‚Teufelswerkzeug‘ bezeichnen. Der Rationalismus, eine Art weit verbreiteter Ersatzreligion bringt die Astrologie in Zusammenhang mit Aberglaube.

In Indien existiert diese Problematik nicht. Einige Astrologen sind hier Priester und genießen hohes Ansehen innerhalb der Gesellschaft. Der Termin für die indische Unabhängigkeit wurde beispielsweise verschoben, um ein günstiges Horoskop für den unabhängigen Staat zu erhalten. Auch die Regierung berücksichtigt die Astrologie. So wurde z. B. das Lahiri Ayanamsa System (Ein System zur Festlegung des 0 Punktes des Zodiaks, mehr dazu später) staatlich festgelegt.

Wir könnten uns nicht vorstellen, dass das Parlament eines europäischen Staates zusammenkommen würde, um eine astrologische Problematik zu diskutieren. In Indien nimmt die Astrologie innerhalb von Gesellschaft und Religion eine zentrale Stellung ein. Im Westen werden Astrologen nicht unbedingt ernst genommen und auch aus religiöser Sicht erscheint die Astrologie eher suspekt.

Kontakt zwischen der westlichen und der östlichen Astrologie

Es ist nicht gerade überraschend, dass die westliches Astrologie eine Tendenz aufweist, bestimmte indische Techniken aus dieser schier unerschöpflichen Schatztruhe zu übernehmen. Leider werden dieses Techniken nicht immer richtig eingesetzt oder gar missbraucht. Wenn wir das Navamsa studieren, werden wir hierfür eindeutige Beispiele finden. In den USA und England gibt es mittlerweile ein starkes Interesse an der indischen Astrologie und gleichzeitig existiert in Indien ein großes Interesse an der westlichen Astrologie. Einige indische und westliche Astrologen benutzen beide Systeme und schöpfen die Stärke des jeweiligen Systems aus. Wir erwarten für die Zukunft mehr produktive Zusammenarbeit zwischen West und Ost und hoffen sehr, dass dieser Kurs einen kleinen Beitrag leistet, diese Tendenz zu fördern.

Foto „Sonnenrad in antikem vedischem Observatorium“: depositphotos.com | Mikhail Kokhanchikov

 

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