Raja Yoga

Raja Yoga

Der Raja Yoga (aus dem Sanskrit: raja – König) ist einer der vier klassischen Wege des Yoga. Der Begriff Raja bedeutet im Sanskrit König oder Herrscher und stellt folglich eine Königsdisziplin, bzw den Königsweg dar, denn im Raja wird die absolute Kontrolle oder Herrschaft des Geistes angestrebt. 

Raja Yoga gilt als eine der vier Hauptzweige des Yoga. Philosophischer Ausgangspunkt des Raja ist eine der vier Hauptwege des Yoga. Der Grundgedanke des Raja Yoga ist, dass wir mit unserem Geist unsere Welt erschaffen. Unser gesamtes Leben mit all unserem Glück, Leid und Schmerz ist von uns selbst erschaffen worden, Resultat unserer geistigen Schöpfung. Wenn unser Geist nicht ausgeglichen, entspannt sondern eher verängstigt und unruhig ist, ziehen wir mit unserer inneren Realität ein entsprechendes Ereignis im Äußeren an.

Ein Mensch, der die absolute Kontrolle über seinen Geist erlangen kann, ist der König seiner eigenen Welt. Er ist in der Lage, all seine Wünsche zu steuern, er befindet sich im Einklang mit sich selbst und seiner Umgebung. Er lebt in absoluter Zufriedenheit und erfährt wahres Glück. Ein Mensch, der die Kontrolle über seine eigenen Gefühle hat, kann auch die Gefühle anderer Menschen positiv beeinflussen. Ein Mensch, der unausgeglichen ist, nie wertschätzen kann, was er bereits besitzt, niemals das kleine Glück in jedem Moment erkennt, nie zufrieden, häufig verärgert ist hat viele unerfüllte Wünsche, ist rastlos und immer auf der Suche nach Erfüllung.

Daher gilt ein Mensch, der den Weg des Raja Yoga erfolgreich geht metaphorisch als König, selbst wenn er keinerlei Besitz hat.

In unserer modernen Welt gibt es erfahrungsgemäße eher wenige dieser Könige, da sich in Politik, Wirtschaft und unserer Gesellschaft die Menschen in Korruption, Gier, Macht und Genusssucht verlieren.

Der Verstand im Raja Yoga

In der Theorie des Raja Yoga kann unser Geist mit dem Meer verglichen werden. Unterschiedliche Winde verschiedener Stärken können uns heimsuchen, Stürme, Wellen, tückische Strömungen.

Unser Geist ist durch die Außenwelt ablenkbar und irritierbar, jedoch auch durch innere Beweggründe wie Erinnerungen oder Stimmungsschwankungen beinflussbar. Im Raja Yoga werden diese Einflüsse auf uns „vrittis“ genannt, was aus dem Sanskrit mit Gedankenwellen übersetzt werden kann.

Unsere Vorstellung von uns selbst ist vergleichbar mit unserem Spiegelbild, das wir im Wasser sehen. Ein Gewässer mit hohem Wellengang wird unsere Selbstwahrnehmung, den Blick auf unser Selbst stark verzerren, während ein stilles Gewässer unsere wahre Gestalt widerspiegeln kann.

Metaphorisch soll damit umschrieben werden, dass wir nur mit einem ruhigen Geist in der Lage sind, unser innerstes Selbst, unsere Seele, „purusha“ zu erkennen. Purusha ist ein Begriff aus der indischen Philosophie und steht im Gegensatz zu „prakriti“ dem Urstoff, der Natur für den Geist, die Urseele.

Erst wenn der Geist vollkommen still ist, sind wir Menschen in der Lage den Zustand von „samadhi“ zu erlangen – der inneren Versenkung.

Innere Ruhe durch Gedankenkontrolle

Der Weg des Raja Yoga beinhaltet Meditationstechniken, die Gedanken- und Gefühlskontrolle führen. Kontrolle über den Körper, die Energie, die Sinne, die Gefühle und den Geist.

Neben der Praxis der Meditation gibt es ebenfalls Techniken wie Asanas (Körperhaltungen) und Pranayama (Atemtechniken).

Um Erfolg in der Meditationspraxis u erlangen, hat man es zunächst mit den Widerständen des Geistes und der Gedankenflut zu tun. Jeder Meditationsanfänger kennt dieses Phänomen. Hier liegt die wahre Schwierigkeit des Raja Yoga. Unser Geist kooperiert nicht, rebelliert gegen das stille Sitzen und die Disziplin der regelmäßigen Praxis.

Zu den Raja-Yogaarten zählen Kriya-Yoga sowie der Ashtanga-Yoga.

Der Raja Yoga besteht aus acht ,,Stufen“ oder ,,Gliedern“, die perfekt aufeinander aufbauen:

Raja Yoga wirkt harmonisierend auf alle Bereiche des menschlichen Organismus sowie des feinstofflichen Körpers und ist ebenfalls unter den Bezeichnungen Kriya Yoga, Ashtanga Yoga oder achtgliedriger Yoga bekannt. Wörtlich aus dem Sanskrit übersetzt bedeutet ashtanga „acht Glieder“.

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