Spirituelle Lehrer

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Spirituelle Lehrer

Was versteht man unter einem spirituellen Lehrer? Ein spiritueller Lehrer ist eine Person, die uns auf dem Weg oder innerhalb des Prozesses der Sinnfindung oder Erkenntnisgewinnung begleitet, unterstützt oder anweist. Ein spiritueller Lehrer respektiert Natur und Lerntempo seines Schülers und vermittelt lediglich die Menge an Informationen, die er verarbeiten kann.

Die Funktion des Lehrers wird lediglich so lange benötigt, bis der Schüler seine tiefere Natur verwirklicht hat und auf seinem Weg gegebenenfalls allein fortschreiten kann, falls er das möchte.

Neben den bekanntesten spirituellen Meistern der Geschichte gibt es ebenfalls eine Reihe zeitgenössischer Lehrer, die ihre Schüler spirituell unterweisen und Satsangs geben.

Zu den bekanntesten spirituellen Lehrern und Meistern zählen:

Yogananda, Osho, Maharishi Mahesh, Sri Sri Ravi Shankar, Byron Katie, Deepak Chopra, Ekkart Tolle, Samarpan, Thich Nhat Hanh,  Pyar, Sogyal Rinpoche oder Drunvalo Melchizedek, Jiddu Krishnamurti, Soami Divyanan, Ramana Maharshi, Sri Kaleshwar und Shirdi Sai Baba.

 

Eine Geschichte hierzu

Als der große Sufi-Mystiker Hassan im Sterben lag, fragte ihn jemand:

„Hassan, wer war dein Meister?“

Er antwortete: „Ich hatte Tausende von Meistern. Wenn ich auch nur ihre Namen nennen wollte, würde es Monate dauern, und dazu bleibt nun keine Zeit mehr. Aber von dreien meiner Meister will ich euch gerne erzählen.

Einer von ihnen war ein Dieb. Einmal verirrte ich mich in der Wüste, und als ich schließlich ein Dorf erreichte, war es schon sehr spät, alle Türen waren schon versperrt. Aber schließlich fand ich doch einen Mann, der gerade versuchte, ein Loch in die Wand eines Hauses zu schlagen. Ich fragte ihn, wo ich übernachten könnte, und er sagte: „Zu dieser Nachtzeit wird das schwierig, aber du kannst bei mir bleiben – wenn du bei einem Dieb wohnen willst.“

Und der Mann war so wunderbar – ich blieb einen Monat lang bei ihm! Und jeden Abend sagte er zu mir: „Ich gehe jetzt zur Arbeit. Ruhe du dich nur aus, bete du nur.“ Wenn er zurückkam, fragte ich ihn, „Hast du etwas erreichen können?“ Er pflegte dann zu antworten: „Heute nicht, aber morgen werde ich es wieder versuchen, so Gott will…“ Er war nie ohne Hoffnung, er war immer vergnügt.

Als ich schon viele Jahre lang meditiert und meditiert hatte und nichts geschah, und ich viele Male so verzweifelt war, so ohne Hoffnung, daß ich mich mit dem Gedanken trug, alles hinzuwerfen, da erinnerte ich mich plötzlich an jenen Dieb, der jeden Abend sagte:“So Gott will, wird es mir morgen glücken.“

Mein zweiter Meister war ein Hund. Als ich mich einmal durstig auf den Weg zum Fluss machte, kam ein Hund daher. Auch er war durstig. Er schaute in den Fluss und erblickte im Wasser einen anderen Hund – sein eigenes Spiegelbild – und bekam Angst. Er fing an zu bellen und lief davon, aber sein Durst war so enorm, daß er zurückkam. Schließlich sprang er trotz seiner Angst ins Wasser, und das Spiegelbild verschwand. Da wusste ich, daß Gott mir auf diese Weise eine Botschaft hatte zukommen lassen: Trotz aller Ängste muß man springen.

Und der dritte Meister war ein kleines Kind. Ich kam einst in eine Stadt und sah ein kleines Kind, das eine brennende Kerze trug. Es war auf dem Weg zur Moschee, um die Kerze dort aufzustellen.

Aus Spaß fragte ich den Jungen: „Hast du die Kerze selbst angezündet?“ Er antwortete: „Ja, Herr.“ Und ich fragte weiter: „Vorher war die Kerze nicht angezündet, und dann brannte sie plötzlich – kannst du mir die Quelle zeigen, woher das Licht kam? „Und der Junge lachte, blies die Kerze aus und sagte: „Jetzt hast du gesehen , wie das Licht gegangen ist. Wohin ist es gegangen? Sag es mir!“ Mein Ego war erschüttert, mein gesamtes Wissen war erschüttert. Und in diesem Augenblick fühlte ich meine eigene Dummheit. Seitdem ließ ich all meine Gelehrsamkeit fahren…“

Es ist wahr, daß ich keinen Meister hatte. Das bedeutet aber nicht, daß ich kein Jünger war – ich betrachtete die ganze Schöpfung als meinen Meister. Meine Jüngerschaft ging sehr viel tiefer als die eure. Ich vertraute den Wolken, den Bäumen… Ich vertraute der gesamten Existenz. Ich hatte deshalb keinen Meister, weil ich Millionen von Meistern hatte – ich lernte von jeder erdenklichen Quelle.

Jünger zu sein gehört dazu, wenn man auf dem Wege ist. Was bedeutet es, Jünger zu sein? Es bedeutet, lernbereit zu sein, offen zu sein für das Lernen, sich ungeschützt der Existenz zu stellen. Bei einem Meister beginnst du zu lernen, wie man lernt… allmählich, ganz allmählich stimmst du dich ein, und dann siehst du allmählich, ganz allmählich, daß du auf genau die gleiche Weise mit der gesamten Existenz in Einklang kommen kannst.

Der Meister ist ein Schwimmbecken, in dem du das Schwimmen lernen kannst. Sobald du es gelernt hast, stehen dir alle Ozeane offen.“

aus OSHO – THE SECRET OF SECRETS; Band 1 Seite 184 – 188

Foto: www.siddhanath.de/gurunath