Vastu – die Mutter des Feng Shui

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Vastu – die Mutter des Feng Shui

Vastu, Vaastu oder Sthapatya Veda ist nachweislich die Urmutter des Feng Shui. Der Begriff stammt aus dem Sanskrit und wurde von Vasati Iti Vastu abgeleitet, was übersetzt in etwa so viel wie „ein Raum in dem man bequem leben kann“.

Bei Vastu handelt es sich um eine Wissenschaft der Architektur und stammt ursprünglich aus den indischen Veden, über 5000 Jahre alten wissenschaftlichen Schriften. Vastu wurde in den letzten Jahrzehnten auch für unseren Kulturkreis auf seine Relevanz und Gültigkeit überprüft, verifiziert und weiterentwickelt.

Ein Haus zu bauen bedeutet für einen Architekten im übertragenen Sinne, ein kleines Universum zu erschaffen. Eine architektonische Umsetzung nach Vastu bewirkt eine aktive Beziehung zwischen Raum, Natur, Mensch und Universum herzustellen. Es schafft die perfekte Ausrichtung eines Gebäudes zu den vier Himmelsrichtungen, den Proportionen, spezifischen Massen und festgelegten Positionen der Räume und deren Funktionen.

Somit wird ein Zustand der perfekten Resonanz zwischen den Bewohnern, dem bebauten Raum und der umliegenden Natur erzeugt. Vastu bewirkt, dass der Mensch in Einklang mit dem Universum und seinen Energien leben kann.

Vastu besitzt ein umfassendes Verständnis der Himmelsrichtung, Geographie, Topographie, Umwelt und Physik und befasst sich mit der korrekten Ausrichtung eines Gebäudes in Bezug auf den Nutzen der Bewohner, die Energie des Grundstücks und der Umgebung so wie die Persönlichkeit der Besitzer bzw Bewohner. Ziel ist einen Wohn- oder Arbeitsraum in Harmonie mit dem universellen Rhythmus zu gewährleisten.

Vastu gilt als eine der relevantesten Wurzeln der Bau und Wohnkultur, da unsere Vorfahren mit Fähigkeiten der Geomantie und Radiästhesie einen ganzheitlichen Zugang zu diesem mystischen und nach wie vor gültigen Wissen besaßen.

Es gibt vier Arten von Vastu: Bhoomi (Auswahl des Standortes), Prasada (Planung und Bauen von Gebäuden und Palästen), Yana (Fahrzeuge, Wagen, Schiffe) und Sayana (Möbel, Werkzeuge, Alltagsgeräte, Inerieur, Design)

Vastu beruht auf der Theorie folgender fünf Grundelemente: Erde (Bhumi), Wasser (Jal), Luft (Vayu), Feuer (Agni) und Raum/Äther (Akasha) und orientiert sich an wissenschaftlichen Grundlagen des Erdmagnetfeldes, der Schwerkraft, der kinetischen Energie, der Rotation der Erde sowie mit dem Sonnensystem und der uns umgebenden kosmischen Energie.

Doch im Gegensatz zu der Überzeugung der meisten Menschen ist die Wissenschaft des Vastu nicht neu. Vastu hat seinen Ursprung im Sthapatya Veda, einem Teil der jahrtausende alten indischen Schriften des Atharva Veda.

Ein Gebäude gilt als perfekt, wenn es streng nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet wurde, die Wände entweder senkrecht oder parallel zu den magnetischen Feldlinien der Erde ausgerichtet sind. Das gleiche gilt für die Eingänge.

Wie wirkt Vastu (Vaastu) auf den Menschen?

Die relevantesten Energien kommen aus dem Nordosten. Daher werden Grundstück und Haus nach Prinzipien geplant, so dass die positive, kraftspendende Nordost und Ostsonne in perfekter Weise genutzt und die ungünstigere Süd und Südwestsonne gemildert werden kann.

 

Ideale Voraussetzungen für den Bau eines neuen Hauses

Ideal ist ein Hang, der nach Nordost abfällt und auf der anderen Seite nach Süd und Westen ansteigt

Das Haus sollte nach Westen und Süden höher liegen, Nord und Ostseite hingegen niedriger

Das Haus sollte die meisten Öffnungen meisten (Fenster, Terrasse etc.) nicht wie in unserem Kulturkreis üblich nach Süden und Westen, sondern eher nach Norden und Osten orientieren

Man sollte im Süden hohe Bäume pflanzen oder stehen lassen, falls diese bereits vorhanden sind

 

Die Position des Eingangs

Der Eingang eines Hauses sollte nach Möglichkeit im Osten liegen, da der Osten für Stärke, Kraft, Neubeginn, Wohlstand und Gesundheit steht

Alternativ ist ebenfalls der Norden geeignet, da auch dieser für Wohlstand und Reichtum steht.

Als optimal gelten auch zwei oder mehrere Eingänge.

Falls man ein Haus erwerben möchte, dessen Eingang im Süden liegt sollte zusätzlich eine Tür im Norden oder Osten angedacht werden.

 

Der Einfluss des Erdmagnetfeldes

Da die Erdmagnetfeldlinien in Süd-Nord-Ausrichtung verlaufen, sollten die Hauptachsen eines Hauses darauf oder parallel dazu liegen.

Unser Körper kann mit einem Magneten verglichen werden, der sich wie eine Kompassnadel verhält und stets nach Süd-Nord ausrichtet, wobei der Kopf vergleichbar ist mit dem magnetischen Nordpol und die Füße hingegen als Südpol. Folglich hätte eine nach Norden ausgerichtete Schlafposition einen abstoßenden Effekt und gilt als eher ungünstig, während die mit dem Kopf nach Süden ausgerichtete Position als ausgleichend und harmonisch und die östliche Ausrichtung für das spirituelle Wachstum perfekt wäre.

Das Schlafzimmer und die Schlafposition sollte entsprechend dieser Aspekte gewählt werden.

Die Mitte, das Herz oder Zentrum eines Hauses oder Grundstück sollte möglichst frei von Möbeln oder Bebauungen bleiben – dies schenkt Raum für den freien Fluss von Energie und Kreativiät

Die Küche sollte idealerweise im Südosten liegen

Da der Nordosten als reine Himmelrichtung gilt sollten, sollten sich hier die Badezimmer, jedoch niemals Toiletten befinden. Der Nordosten ist ideal für Wasserspeicher, Boiler etc. Auch ein Brunnen sollte in der Nordostecke des Gartens gegraben werden.

Räume, die im Westen liegen besitzen die Qualität eines Refugiums, einer Stätte der Ruhe, Entspannung und Kreativität. Daher sollten hier Lesezimmer, Arbeitszimmer und Kinderzimmer eingerichtet werden.

Der Süden gilt als ungünstigster Standort für Entscheidungen, Arbeitszimmer, Planungen, etc. Hier könnte man Lager,- Aktenräume oder unter Umständen Schlaf oder Gästezimmer für Erwachsene angedacht werden.

Gästezimmer passen jedoch auch sehr gut in den Nordwesten, der dem Windelement zugeordnet wird und folglich allem Mobilen wie Auto, Fahrrad etc.

Auch Badezimmer und Toiletten gehören nach Vastu in den Nordwesten.

Als der kritischste Bereich gilt der Süd-Westen. Hier soll die Energie eher negativ und disharmonisch sein. Daher sollte man hier keine wichtigen Pläne und Aktionen ausführen, die von Erfolg gekrönt sein sollte. Auch hier könnten jedoch Vorräte und Lager angelegt werden.

Loggien, Balkone und die Terrasse sollte gen Osten ausgerichtet sein um die belebende, feinstoffliche, gesundheitsfördernde Energie der am Morgen aufgehenden Sonne in das Haus scheinen zu lassen.

Foto: Innenansicht im Stadtpalast von Jaipur, depositphotos.com | Alexander Zotov